Fon: +49 (0) 234 640 6222 • Ihre Hotline für Fragen, Hilfe und Bestellungen • info@implant-concept.com
Willkommen bei ImplantConcept

Resorbierbar Naht

Wie funktioniert resorbierbares Nahtmaterial?

Alle resorbierbare Fäden arbeiten nach dem gleichen physikalischen Prinzip der HydrolyseDas Wort kommt aus dem altgriechischen (ὕδωρ hydor „Wasser“ und λύσις lýsis „Lösung, Auflösung, Beendigung“). Bei der Hydrolyse bewirken Wassermoleküle die Aufspaltung von Nahtmaterial über einen gewissen Zeithorizont.

Da der menschliche aber auch der tierische Körper zu ca. 60% aus Wasser besteht und in jeder Zelle Wasser vorhanden ist, können sich resorbierbare Fäden bis auf einzelne Ausnahmen überall im Körper auflösen.

Das Auflösen von resorbierbaren Fäden und resorbierbarem Nahtmaterial ist daher grundsätzlich ungefährlich.

Was passiert, wenn sich Fäden nicht auflösen?

Es gibt drei Gründe, warum sich Fäden nicht auflösen können. Jeder Grund hat seine eigenen Lösungen:

Unterschätzung der Resorptionszeit

Die Resorptionszeit wird unterschätzt. Je nachdem welches resorbierbares Nahtmaterial verwendet wird, kann das Auflösen des Fadens relativ lange dauern.

Auch in diesem Fall kann nach Ermessen von einem Arzt der Faden gezogen werden und es muss nicht gewartet werden, dass dieser sich auflöst.

Auswahl falschen Nahtmaterials

Es kann vorkommen, dass kein resorbierbarer Faden verwendet wurde. Grundsätzlich entscheidet jeder Behandler selber, welches Nahtmaterial wann zum Einsatz kommt. Daher kann es sein, dass bei zwei identischen Operationen einmal ein resorbierbares Nahtmaterial verwendet wird und beim zweiten Mail ein nicht-resorbierbarer Faden. Sollte ein nicht resorbierbarer Faden verwendet worden sein, muss dieser nach ausreichender Zeit von medizinischem Fachpersonal entfernt werden.

Mangel an Flüssigkeit

Der Faden löst sich nicht richtig auf, weil z.B. nicht ausreichend Wasser für die Hydrolyse vorhanden ist. Dieser Umstand kann an den Wundrändern oder Enden des Nahtmaterials auftreten. In diesem Fall kann das Nahtmaterial ebenfalls nach einer medizinischen Begutachtung entfernt werden.

Worin unterscheiden sich resorbierbare Fäden?

Resorbierbare Fäden unterscheiden sich anhand ihrer Halbwertsund Resorptionszeiten.

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit gibt die Zeitspanne an, in der sich die Reißkraft eines Fadens halbiert. Ab diesen Zeitpunkt besitzt ein Faden maximal nur noch die Hälfte seiner Zugfestigkeit.

Resorptionszeit

Wie schnell sich Nahtmaterial im Gewebe bis auf seine kleinsten Bestandteile zersetzt, das bestimmt die Resorptionszeit oder Absorptionszeit.

Wovon sind Halbwertszeit und Resorptionszeit abhängig?

Die Halbwerts- und Resorptionszeiten sind von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig.

So bestimmen

  • der Allgemeinzustand eines/einer Patienten/Patientin
  • der Infektionsstatus einer Wunde
  • die Fadenstärke und
  • die Gewebeart

über den zeitlichen Verlauf.

Wie schnell lösen sich resorbierbare Fäden auf?

Die Resorptionszeit von resorbierbarem Nahtmaterial hängt von der Materialherkunft ab.

Die schnellste Auflösungszeit bzw. Resorptionszeit haben schnell resorbierbare Fäden auf Basis von Glykolsäure. Die Fäden lösen sich nach ca. 42 Tagen vollständig auf. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Fäden mit den Namen PGLA90 Rapid, Vicryl Rapid, Serafit oder Polysorb.
Bei der Zerreisfestigkeit hingegen hält der Faden bereits nach 7 Tagen lediglich 50% seiner ursprünglichen Zerreißfestigkeit. Das bedeutet, dass der Faden schneller reißt aber auch das Gewebe nicht mehr ganz so stark unterstützt.

Die zweitschnellste Zeit zur vollständigen Auflösung des Fadens haben die “nicht-rapid” Varianten der oben genannten Fäden. Dazu zählen PGLA90, Vicryl oder Serafit mit ca. 60-80 Tagen. Obwohl die Fäden fast doppelt so lange benötigen um vollständig absorbiert zu werden, liegt nach 7 Tagen ebenfalls eine Zerreißkraft von 50% vor.

Ebenfalls zu der Gruppe der mittellang resorbierbaren Fäden gehören Materialien wie PGA, Safil oder Serafit mit 60-90 Tagen Resorptionszeit und 70% der Zerreißkraft nach der ersten Woche oder das PGC25, Monosyn oder Monocryl mit 90-110 Tagen und ca. 75% Zerreißkraft nach der ersten Woche.

Das Nahtmaterial mit der längsten Zeit zum resorbieren bzw. zum auflösen haben Nahtmaterialien aus Polydioxanone mit 180-220 Tagen Resorptionszeit und 70% der Zerreißkraft nach der vierten Woche. Zu diesem Typ gehören Nahtmaterialien unter den Namen PDX, Monoplus, PDS II oder Serasynth.

Wie wichtig ist die Zerreißkraft oder Knotenfestigkeit eines resorbierbaren Fadens?

Resorbierbare Fäden verlieren aufgrund ihrer auflösenden Eigenschaft mit der Zeit an Zerreißkraft. Dieser Verlust an Reißkraft ist auch gewünscht, damit das genähte Gewebe nicht permanent unter Spannung gehalten wird.

Nicht rapide resorbierbare Nahtmaterialien

Nicht rapide absorbierbare Fäden weisen beispielsweise bereits nach 7 Tagen nur noch eine Zerreißkraft von 50% auf.

Resorbierbare Nahtmaterialien aus Glycolsäure

Das PGC25, Monosyn oder Monocryl als mittellange Variante mit 90-110 Tagen Resorptionszeit hat nach einer Woche noch eine Zerreißkraft von ca. 75%.

Resorbierbare Nahtmaterialien aus Polydioxanon

Resorbierbare Nahtmaterialien aus Polydioxanon wie PDX, PDS oder Monoplus können noch eine Zerreißkraft von 70% nach der vierten Woche vorweisen.

Resorbierbare Nahtmaterialien aus Polyglycolsäure

PGA, Safil oder Serafit hingegen haben nach der ersten Woche noch eine Zerreißkraft von 70%.

In welchen Fällen wird resorbierbares Nahtmaterial eingesetzt?

Resorbierbares Nahtmaterial wird häufig bei schmerzempfindlichen Patientinnen und Patienten sowie bei Menschen verwendet, bei denen angenommen werden kann, dass diese nicht zur Nachsorge erscheinen werden.

Neben humanen Faktoren spielt bei der Auswahl auch das Einsatzgebiet eine entscheidende Rolle. So werden resorbierbare Fäden häufig bei schwer zugänglichen interdentalräumen verwendet. Auch in der Kieferchirurgie und Gynäkologie finden sie Anwendung.

Material

Zugfestigkeit

Material

Unsere Empfehlung

Vergleichbar mit

42 Tage

50% nach der ersten Woche

Polyglykolsäure

Atramat PGA Rapid

Braun Safil Quick, Ethicon n.V. , Serag-Wiessner Serapid, Covidien Caprosyn

42 Tage

50% nach der ersten Woche

Glykolsäure und
l-lactide

Atramat PGLA90 rapid

Braun n.V., Ethicon Vicryl Rapid, Serag-Wiessner Serapid, Covidien Caprosyn

56 bis 70 Tage

75 % verbleibende Reißfestigkeit nach 14 Tagen, 50 % nach 21 Tagen, 25 % nach 28 Tagen, .

Polyglykolsäure

Atramat PGLA90

Braun Novosyn, Ethicon Vicryl, Serag-Wiessner Serafit, Covidien Polysorb

60 – 90 Tage

68% – 79% nach der ersten Woche
40% – 41% nach der zweiten Woche

Polyglykolsäure

Atramat
PGA

Braun Safil, Ethicon n.V., Serag-Wiessner Serafit, Covidien Dexon

90 – 110 Tage

68% – 79% nach der ersten Woche
40% – 41% nach der zweiten Woche

Polyglycolid-co-epsilon-caprolacton

Atramat
PGC25

Braun Monosyn, Ethicon Monocryl, Serag-Wiessner Serafast, Covidien Biosyn

180 – 220 Tage

70% nach der vierten Woche
50% nach der sechsten Woche

Polydioxanone

PDX

Braun Monoplus, Ethicon PDS II, Serag-Wiessner Serasynth, Covidien Maxon